KI ist im Schulalltag längst angekommen, ob für Recherchen, beim Üben, Schreiben oder Planen von Lektionen. Richtig eingesetzt, eröffnet sie neue Möglichkeiten für individuelles Lernen und moderne Pädagogik. Chancen und Risiken liegen dabei jedoch nah beieinander: Vorfälle in Schweizer Schulen belegen, dass KI-Tools schon heute missbraucht werden. Während andere Kantone bereits Orientierungsrahmen geschaffen haben, fehlen diese im Kanton St.Gallen bis heute. Daher haben Ruth Keller-Gätzi (Wittenbach), Raphael Frei (Rorschacherberg) und Jigme Shitsetsang (Wil) eine Interpellation eingereicht und wollen von der Regierung wissen, wie der Kanton St.Gallen den Einsatz von KI im Bildungswesen begleitet, damit Innovation und Bildung Hand in Hand gehen.
Künstliche Intelligenz (KI) gehört für viele Schülerinnen, Schüler, Lehrpersonen und Schulen bereits zum Alltag für Recherchen, aber auch zum Üben oder Schreiben. Dies stellt die Schulen vor neue Herausforderungen. Damit diese Chancen genutzt werden können, braucht es klare kantonale Leitlinien.
Andere Kantone sind bereits vorangegangen: Zürich setzt auf fünf Leitsätze der Medienkompetenz, um KI sinnvoll im Schulalltag zu nutzen. Basel-Landschaft stellt den Lehrpersonen ein Modell zur Verfügung, das zeigt, wie KI verantwortungsvoll in den Unterricht integriert wird. Aktuelle Vorfälle zeigen zudem, dass der Missbrauch von KI durch Jugendliche real ist. In verschiedenen Schulen der Schweiz wurden KI-Tools eingesetzt, um digitale Fälschungen von Bildern von Mitschülerinnen und Mitschülern herzustellen und online zu verbreiten. Solche Formen digitaler Übergriffe verdeutlichen, wie wichtig Medienkompetenz und klare Regeln im Umgang mit KI sind – sowohl zum Schutz der Betroffenen wie auch zur Orientierung für Schu len und Eltern.
Wir bitten die Regierung um die Beantwortung folgender Fragen:
- Hat der Kanton St.Gallen eine übergreifende Strategie zum Umgang mit KI im ganzen Bildungswesen (Volksschule, Sekundarstufen, Berufsschulen, Hochschulen) oder ist eine solche in Planung?
- Ab welcher Schulstufe sollen Schülerinnen und Schüler grundlegende KI-Kompetenzen erwerben?
- Wie stellt der Kanton sicher, dass Abschluss- und Bachelorarbeiten trotz KI weiterhin die individuelle Leistung zeigen?
- Welche Weiterbildungen für Lehrpersonen bietet die Pädagogische Hochschule St.Gallen bereits zum Thema KI an?
- Plant der Kanton technische und organisatorische Massnahmen, z.B. sichere KI-Tools und Lernplattformen, die kantonsweit abgestimmt sind, um Schulen zu unterstützen?
- Sieht der Kanton bindende Vorgaben oder Schutzmechanismen vor, um Schulen im Umgang mit problematischen oder missbräuchlichen KI-Anwendungen zu unterstützen, insbesondere im Bereich der Prävention digitaler Übergriffe?